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Samstag, 17. September 2016

Tutorial: Dunkle Haut kolorieren

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Hallo liebe Copic-Fans,

heute möchte ich -Nao-Ren - euch zeigen, wie ihr auf drei etwas spannendere Arten dunkle Hauttypen mit Copic kolorieren könnt. 
Anfänger tendieren bei Copics gerne dazu, vordergründig zu hellen Farben zu greifen, da Verläufe zu erstellen einfacher erscheint und Fehler nicht gleich groß auffallen und leichter auszubessern sind - dunkle Farben schrecken eher ab.  Auch ist in unseren Breiten natürlich ein heller Hauttyp eher vertreten und wird in den meisten Illustrationen daher auch bevorzugt. 
Ich habe daher heute mal ein Fantasy-Mädchen für euch, bei dem ich drei unterschiedliche Varianten ausgetestet habe, um für meine endgültige Ausarbeitung eine schöne Farbkombination für ihre Haut zu finden.
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Nr. 1 - Medium mit violetten Akzenten
Ich fange selbst mal ganz vorsichtig an und habe mich als Basisfarbe für E13 entschieden.
Danach setze ich in die Schatten E15 und verblende wieder mit E13.
Daraufhin folgt E17, was ich mit E15 und E13 verblende.
E18 bildet abschließend den dunkelsten Ton der einfachen Reihe. 
E17 oder auch E18 können dabei sogar fast ausgelassen werden, da wir noch V17 hinzufügen. Wieviele Farben ihr nehmt, hängt auch ein bisschen von der Größe eurer Illustration ab. Mein Testbild ist relativ klein, allzuviele Farbabstufungen sind in dem kleinen Format kaum möglich - für eine große Illustration würde ich die volle Farbkombination wählen.
Nun füge ich noch V17 bei den dunkelsten Stellen hinzu - gerade violette Farbakzente machen sich bei dunkler Haut wirklich wunderbar und unterstreichen eine mysteriöse Stimmung. 
Mit Buntstiften verstärke ich den Effekt noch etwas. Am linken Arm habe ich daher noch ein helles Violett (Prismacolor Premier Nr. PC934) von unten hin eingfügt, was eine leichte Distanz nach hinten vermitteln soll und mit einem dunklen Violett das V17 noch etwas betont.

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Nr. 2 - kühles Braun in Kombination mit Rot
Dieses Mal koloriere ich von dunkel nach hell. 
Leider lässt sich die Farbe etwas schwer fotografieren... die Nahaufnahme hilft etwas...
 Ich habe mit RV69 - dem dunklen Rot - angefangen...
...und das Rot anschließend mit E77 verblendet.
Danach habe ich mit E74 den hellsten Ton hinzugefügt.
Mit einem roten Buntstift (z.b. Faber Castell Polychromos Nr. 226) habe ich das Rot noch etwas mehr verstärkt. Im Foto wirkt das Ganze leider etwas grau - schaut euch einfach nochmal den Scan an: 
ein kühles Braun mit roten Akzenten
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Nr. 3 - ein warmes, dunkles Braun mit rotvioletten Akzenten
 Und nochmals fange ich von dunkel nach hell an. 
Ich beginne mit RV99 - einem richtig satten, fast schwarzem Rotviolett.
 In der Nahaufnahme ist die Farbe etwas besser zu erkennen. Gruselig oder? ;)
Daraufhin verblende ich, solange die Farbe noch feucht ist, RV99 mit dem nächsten Ton (E27) und diesen wiederrum mit E25 - einem schönen, warmen Braunton. 
Akzente ergänze ich wieder mit Buntstift: etwas lachsfarbenen Buntstift (118) auf die Wangen und Schultern, Caput Mortem violett (263), um die Haut etwas feiner zu verblenden oder um Details herauszuarbeiten, und Prismacolor Premier PC931 für die violetten Schatten.
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Je nachdem wie euer Hintergrund aussehen wird, könnt ihr mit den Akzentfarben auch bei dunkler Haut wunderbar spielen - probiert es einfach mal aus. Welche Kombination ist euer Favorit?

Bis demnächst!
Eure NAO-REN

Samstag, 30. Juli 2016

Tutorial : Graffiti für Neueinsteiger

Hallo liebe Copic Fans!
Heute habe ich ein Tutorial für euch, welches ihr super für ein Graffiti Fillin anwenden könnt.
Dort möchte ich euch zeigen, wie ihr auch als  Neueinsteiger ein Graffiti mit Copic Markern super ausmalen und mit fließenden Farbübergängen und kleinen Effekten verziehren könnt.
Druckt euch gerne den Copic Outlinesketch aus und probiert es einfach aus,
ihr werdet sehen, was für schöne Farbübergänge und Effekte man selbst als Neueinsteiger hin bekommt.

Ich wünsche euch viel Spaß beim kreativ sein und ausprobieren.

Outlinesketch zum ausdrucken
Materialien, die ihr benötigt:
  • Handschuhe und eine wasserfeste Unterlage, die dreckig werden kann
  • Various Ink YG11, BG15, FBG2 und 110
  • Copic Multiliner SP 0,3, Copic Ciao G14, und 110 Special Black
  • Pastell Violett, Weiss und Schockblauer Lackmarker sowie einen weißen Gel-Liner
  • Klebetape mit sehr geringer Klebekraft, damit das Papier heil bleibt
  • Die Fillin und Hintergrundschablonen (Können auch aus Backofen Papier etc. zugeschnitten werden)
  • Handbrusher (Ihr könnt dafür auch die Copic Air Can benutzen. Wer garnichts von allem da hat, kann auch vorsichtig mit einem Strohhalm oder Zahnbürste arbeiten, um die Farbe zu versprühen)


Papier und Outlines

Das Papier ist ein Din A4 Blatt Druckerpapier.
(Darf ruhig etwas dickeres Druckerpapier sein, damit die Various Ink's schön ineinander und übereinander bluten).
Die Outlines sind mit einem Copic Multiliner SP 0,3 gemalt. 


Als erstes zieht ihr euch Handschuhe an, weil die Farbe schwer abwaschbar ist,
dann die Various Ink's FBG2, YG11 und BG15. Ich nehme dafür immer die Reste von den Ink's, wo es sich einfach nicht mehr lohnt, sie in die Marker zu füllen. Zur Not auch gerne mit 3 bis 4 Tropfen Wasser verdünnen, das sieht auch sehr hübsch aus, wenn einige Farben weniger decken als andere.
Ihr nehmt also alle drei Ink's auf einmal in die Hand und verteilt die Farben über das Graffiti. Der Hintergrund kann ruhig weiß bleiben. (Siehe Foto).
Verteilt die Farben schön kreutz und quer durcheinander, damit sich die Farben überschneiden und ineinander verlaufen können.


Jetzt nehmt ihr euch das Bild an den Ecken, und lasst die Farben schön in jede Richtung laufen.
Immer wieder drehen und kippen, bis das Graffiti grob ausgefüllt ist. Das macht ihr so lange, bis ihr mit dem Farbverschmelzungen zufrieden seit.
Schnelles Arbeiten ist bei diesem Schritt vom Vorteil, da die Various Ink's sehr schnell trocknen.


Nachdem alles schön gründlich getrocknet ist, nehmt ihr euch den Copic Marker 
110 Special Black und malt mit der dünnen Spitze das 3D um die Outlines herum vorsichtig aus.


Mit dem Marker 110 malt ihr jetzt um alle Outlines eine kleine Umrandung und innen im Graffiti die Hohlräume aus. Ich nenne diese immer "Puffer Zone". Die Puffer Zone ist dafür gut wenn ihr später den Hintergrund mit Schwarz füllt, das ihr die Outlines wiederfindet und das 3D nicht übermalt.


Jetzt klebt ihr mit dem dünnen Klebetape die Schablone für das Graffiti Fillin auf das Blatt Papier und sprüht mit dem Handbrusher dezent den Grünen Lackmarker auf das Copic Fillin.
Ich habe versucht, überwiegend dort zu sprühen, wo sich zwei Buchstaben kreuzen oder übereinander liegen, dann habt ihr gleichzeitig einen kleinen Schatteneffekt (siehe Foto).
 Den Copic Marker G14 sprüht ihr jetzt noch dezent über den Lackmarker. Auf dem Foto sieht man es leider nicht so gut, aber 2 Farben sehen immer besser aus als eine.


Für den ersten Teil des Hintergrunds nehmt ihr entweder den Copic Marker 110 und tragt gründlich 
4 bis 5 Schichten auf, oder ihr nehmt wie ich direkt den Various Ink 110 und streicht ihn vorsichtig mit einem dünnen Pinsel auf. Da man mit dem
Marker doch recht lange für die große Fläche braucht und man auf jeden Fall 4 bis 5 Schichten für ein gutes Ergebnis auftragen sollte, spart es auf jeden Fall eine Menge Zeit und ihr müsst nur einmal drüber malen. Anschließend habt ihr einen richtig coolen hochglänzend schwarzen Basishintergrund, mit dem ihr weiterarbeiten könnt.


Nun kommt der letzte Schritt vom Hintergrund Fillin.
Ihr nehmt euch die Schablone für den Hintergrund und klebt sie mit dem Klebetape auf das Blatt Papier. Mit dem Handbrusher und dem Pastell Violetten Lackmarker wird jetzt eine dünne Umrandungsschicht um das Graffiti gesprüht.
Nehmt euch jetzt einen Schmierzettel und pumpt den Marker schön auf das Schmierblatt. Die ausgelaufene Farbe klatscht ihr jetzt verteilt über euer Bild, so dass überall kleine Punkte und Spritzer hin gelangen. Um den Hintergrund noch etwas zu verfeinern, sprüht ihr dezent noch überall etwas von dem weißen Lackmarker auf das Bild und fertig ist euer Hintergrund (siehe Foto).


Mit einem Schock Blauen Lackmarker malt ihr jetzt eine schöne dicke Outline um das Graffiti. Dafür ist die vorhin angedeutete Puffer Zone super, damit ihr schön genau malen könnt.
Noch einmal alle Outlines mit dem Copic Multiliner SP 0,3 vorsichtig nachziehen und dann seid ihr eigentlich auch fertig.
Wer möchte, kann jetzt noch mit dem Copic Multiliner Sp 0,3 und einem weißen Lackmarker ein paar Highlights einbringen. 
Ich habe an den oberen und rechten Stellen der Buchstaben schwarze und weiße dünne Outlines entlang gezogen, und zusätzlich an bestimmten Punkten ein paar Lichtsternchen eingemalt. Das verleiht dem fertigen Bild immer einen schönen Flair.


Fertig ist das Bild.
Dasselbe könnt ihr übrigens auch mit vielen anderen tollen Farben aus dem Copic-Sortiment machen. 
Hier habe ich noch ein Fillin mit den Various Ink's FYR1, Y06 und Y38 gemalt und mit dem Marker 110 und dem Handbrusher das Fillin etwas abgedunkelt.
Probiert es einfach aus und seht, wie schön einige Farben miteinander verschmelzen können.


Das war mein Graffiti-Tutorial für Neueinsteiger.
Ich hoffe, das es euch gefallen hat, und vileicht könnt ihr ja den einen oder anderen Trick / Technik für euer nächstes Bild gebrauchen.
Wenn ihr noch Fragen zu dem Tutorial habt schreibt gerne einen Kommentar : )

Schaut auch sehr gerne auf meiner Facebookseite oder Onlinegallerie vorbei.
Beste Grüße, Sebastian / Muracho Blacklight Art.

Samstag, 23. Januar 2016

Tutorial: Copics auf Kraft-Papier


Hallo, ihr Lieben!
Heute bin ich, M.Lang, mit einem kleinen Tutorial dran! :D
Und zwar möchte ich euch die Arbeit mit Kraft-Papier etwas näher bringen. Dieses bräunliche Papier kann eine ganz eigene, spannende Note mit sich bringen, wenn man die Scheu davor verliert.
Ich verwende hier das Kraft-Papier von Hahnemühle.
 Los geht's.....



...wie immer mit der Skizze!
Da ich euch sowohl die Colo für dunkle Haut wie auch für helle Haut zeigen möchte,
habe ich mich für zwei Motive in Kakao-Karten-Größe entschieden und dafür meine Charaktere Devika (links) und Marlene (rechts) skizziert.
Das Kraft-Papier mit seinem bräunlichen Farbton ist zwar dunkler als gewöhnliches weißes Papier, aber mit einem normalen Bleistift (oder einem mit dunkelblauer Mine wie bei mir) lässt sich darauf dennoch problemlos skizzieren.



Für das Lineart habe ich mich für jeweils eine Multiliner-Farbe entschieden.
Da ich Devikas Karte gerne eher mit Blautönen versehen möchte, habe ich hier mit Cobalt gelined. Marlene hingegen bekommt ein eher rötliches Farbschema, daher kam hier die Farbe Wine zum Einsatz.
Außerdem lasse ich die Skizze stehen und radiere sie nicht weg - ich mag beim Arbeiten mit Kraft-Papier gerne den etwas wilden, Konzeptskizzen-artigen Stil, darum kann es für mich persönlich gerne ein wenig unordentlicher aussehen. :)



Nun kann es mit der Colo losgehen. Ich fange mit Devikas Karte an.
Kraft-Papier ist kein Marker-Papier. Das merkt man ziemlich schnell, da die ersten Striche schon ziemlich... strichig wirken und die Farbe nicht gut ineinander laufen kann.
Für super softes Arbeiten mit absolut weichen Übergängen ist dieses Papier also eher nicht geeignet, nichtsdestotrotz können gerade die teilweise harten Farbkanten einen ganz besonderen Reiz darstellen.
Um wenigstens ein wenig ineinander arbeiten zu können, beginne ich mit dem dunkelsten Ton E15 und färbe damit die Stellen ein, die im Schatten liegen sollen. Mit E13 gehe ich gleich im Anschluss darüber und arbeite mich weiter voran.
Als Drittes nehme ich E11 und sehe zu, dass ich störende Kanten damit noch ein wenig weicher gestalten kann und die Farbe halbwegs sanft in das Braun des Papiers übergeht.
Stellen, die ich uncoloriert lasse, wirken dank der Papierfarbe gerade bei dunklerer Haut sehr stimmig.



Braun auf Braun zu colorieren ist nun keine große Sache, also bringen wir nun die ersten anderen Farbtupfer mit rein!
Ihr könnt es euch sicherlich schon denken: allzu helle Farben sind nur bedingt gut zu sehen und eher grelle Farben werden durch die Wirkung des braunen Papiers etwas gedämpft.
Falls ihr euch unsicher seid, wie eine Farbe auf dem Papier aussehen wird, testet sie einfach vorher auf einem kleinen Stück Papier außerhalb eurer Zeichnung. Dann seid ihr immer auf der sicheren Seite und erlebt keine böse Überraschungen!
Hier habe ich mit E04 und RV11 noch ein wenig für unauffällige rote Wangen gesorgt.
Mit B05, B02 und B00 wurden die Augenlider und Lippen coloriert. Beachtet hier bitte, dass ich bei der Hautcolo zuvor Augenlider und Lippen praktisch ausgespart habe und nicht mitcoloriert habe. Andernfalls wäre der Untergrund zu dunkel gewesen, als dass die hellen Blautöne noch gut zur Geltung gekommen wären.
Für den Schmuck habe ich die Farben Y17, E35, E33 und Y21 verwendet.
Auch hier arbeite ich von dunkel nach hell.
Devikas graue Augen wurden mit C-5 und C-3 coloriert, der Schatten unterhalb des oberen Augenlids mit RV11. Das Bindi auf ihrer Stirn ist ein winziger Klecks R56.



Von dunkel nach hell bleibt weiterhin mein Motto, auch bei der Kleidung.
So bekomme ich trotz des teilweise störrischen Papiers halbwegs weiche Übergänge hin, solange ich nur keine allzu großen Sprünge zwischen den Farbnuancen mache.
Ich beginne hier mit B05, arbeite mit B02 darüber und weiter und coloriere darüber noch einmal mit BG23, um dem ganzen einen eher türkisfarbenen Touch zu geben.
Das Kraft-Papier saugt übrigens nicht besonders, blutet nicht aus und drückt auch nicht besonders durch. Mit seinen 120 g/m² ist es dennoch dicker als das normale Copic-Papier (70 g/m²).



Da es - wie gerade erwähnt - nicht anfällig für's Ausbluten ist, lässt sich auch mit noch ganz gut gefüllten Copics recht sauber arbeiten. Das kommt mir hier gerade bei Devikas Haaren sehr zugute. Hier beginne ich mit BV29 für die dunkelsten Stelle, färbe die Haaransätze und andere Stellen danach mit W-7 ein und gehe zum Schluss mit W-5 noch einmal über alles drüber.



Nun bekommt Devika noch ihre Pupillen, die ich passend zum Lineart auch wieder mit der Multiliner-Farbe Cobalt einzeichne.
Für Charaktere mit dunklerer Haut ist das Kraft-Papier eine wirklich feine Sache, wie man sieht. Bei hellhäutigen Charakteren ist es aber auch kein Problem, wie ich euch nun zeigen werde.



Anhand von Marlenes Karte zeige ich euch nun ein weiteres Beispiel für die Arbeit mit Kraft-Papier. Auch hier gilt: Der Farbton des Papiers ist die hellste Farbe, die ihr zur Verfügung habt. Das ist bei hellhäutigen Charakteren glatt noch wichtiger zu beachten, als bei dunkelhäutigen, da sie euch sonst schnell auch zu dunkel geraten könnten.
Richtig blasse Charaktere auf Kraft-Papier zu colorieren ist sicherlich noch einmal etwas anderes, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Marlene hat eine gesunde Hautfarbe und stellt daher keine große Hürde dar.
Wie bei Devika beginne ich auch hier mit dem dunkelsten Farbton, den ich für ihre Haut verwenden möchte: E11. Ich arbeite mich weiter voran mit E21 und YR00 und verwende am Ende noch etwas E04 und RV11 für die Wangen und den Schatten unterhalb ihrer Nase.
Beachtet, dass auch hier wieder Stellen, die besonders hell erscheinen sollen oder noch andersfarbig coloriert werden, ausgespart habe.



Das eben erwähnte Aussparen ermöglicht es mir jetzt, problemlos ihre Lippen und Augenlider mit hellen Pink-Tönen (E04, RV04, R22 und RV11) zu colorieren. Da das Papier ziemlich schnell gesättigt ist, würden zu viele Farbschichten übereinander leider sehr schmierig aussehen. Wenn ich also schon vorher fest einplanen kann, dass bestimmte Stellen ohnehin anders coloriert werden sollen, lasse ich diese am besten gleich frei.
Wie bei Devika sind auch Marlenes Augen grau und somit coloriert mit C-5 und C-3, sowie RV11 für den Schatten unterhalb des Lids.



Warme Farbtöne wie Braun oder Rot wirken auf Kraft-Papier natürlich besonders gut.
Marlenes rote Haare eignen sich da sehr gut. Hier beginne ich mit einem mittleren Rot (R56), zeichne danach stellenweise mit dem intensiveren R39 etwas stärkere Strähnen nach und gehe danach mit R22 noch einmal über die meisten Stellen drüber, um die Übergänge weicher zu machen.
Man muss also nicht immer mit dem dunkelsten Ton anfangen, auch wenn für mich persönlich diese Arbeitsweise am komfortabelsten ist, wenn ich auf Kraft-Papier coloriere.



Das hellrosane Oberteil hebt sich gerade beim ersten Schritt mit  RV11 kaum von dem Braun des Papiers ab. Mit zusätzlicher Schattierung durch RV13 mache ich das ganze noch etwas deutlicher.
Ihr sehr also, selbst an sich zu hell wirkende Farben können durch ein wenig Unterstützung durch dunklere Nuancen auf dem Papier funktionieren!



Auf zum Endspurt!
Die vorher überlegten Farbschemata werden nun durch entsprechende Hintergrundfarben unterstrichen. Farbverläufe lassen sich mit etwas Mühe auch auf diesem Papier colorieren, aber ein absolut gleichmäßiges Ineinanderfließen der Farbe ist tendenziell eher schwierig.
Für Devikas Seite habe ich die Farben B02, B12 und B00 verwendet und von Dunkel nach Hell coloriert. 
Genauso ging ich bei Marlenes Seite mit den Farben RV34, R22 und RV13 vor.
Im Übrigen wirken die Farben direkt nach dem Auftragen immer nochmal etwas dunkler, da die Copic-Flüssigkeit erst ins Papier einziehen muss. Also nicht erschrecken, die Farben werden sobald sie trocken sind, immer nochmal etwas heller.



Nun sind wir fast fertig.
Das absolute Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes) für mich ist immer der weiße Gelstift, der gerade auf Kraft-Papier richtig strahlt und nochmal für einen echten Hingucker sorgt. Damit füge ich kleine Lichteffekte hinzu, gehe aber immer noch sparsam genug damit um, damit den Farben selbst nicht noch die Show gestohlen wird.
Für die beiden Kärtchen habe ich außerdem Rubbelfolie mit schwarzer und weißer Spitze verwendet, um den schlichten Hintergrund noch etwas aufzuwerten und den schönen Effekt von Schwarz bzw. Weiß auf dem Kraftpapier zu unterstreichen.



Falls ihr das Kraft-Papier für Kakao-Karten, Postkarten o.ä. verwenden wollt, empfehle ich euch, es zum Schluss mit schönem Motivpapier auf der Rückseite zu verstärken. Mit seinen 120g/m² ist das Kraft-Papier zwar nicht hauchdünn, aber alleinstehend eignet es sich nicht besonders für Karten, die ja schon eine gewisse Stärke haben sollten.
In diesem Fall habe ich mich für Motivpapier mit glitzernden Rosen entschieden.
Fertig sind die beiden Schätzchen!



 Ich hoffe, dieses kleine Tutorial hat euch gefallen!
Probiert das Kraft-Papier unbedingt mal aus, es lohnt sich!

Hier kommen nochmal alle Farben, die ich verwendet habe:

Haut (dunkel): E15, E13, E11, E04, RV11
Haut (hell): E11, E21, YR00, E04, RV11
 Schminke (blau): B05, B02, B00
Schminke (rosa): E04, RV04, R22, RV11
Augen: C-5, C-3, RV11
Schmuck: Y17, E35, E33, Y21
Bindi: R56
Kleidung (türlis-blau): B05, B02, BG23
Kleidung (rosa): RV11, RV13
Haare (schwarz): BV29, W-7, W-5
Haare (rot): R56, R39, R22
Hintergrund (blau): B02, B12, B00
Hintergrund (rosa): RV34, R22, RV13
+ Copic Multiliner Cobalt & Wine
+ weißer Gelstift 
+ Rubbelfolie mit Spitzenoptik
auf Kraft-Papier von Hahnemühle 


 

Viel Spaß beim Colorieren! <3



Mehr von mir findet ihr übrigens auf www.facebook.com/IvoryInterludes!
Schaut gerne mal vorbei! <3